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Sebastian Herkner - der Tausendsassa aus dem Taubertal

Wenn in Hollywood das Drehbuch für eine Designer-Karriere geschrieben würde, es läse sich wohl so wie die Laufbahn von Sebastian Herkner. Aus einer baden-württembergischen Kleinstadt innerhalb von nur wenigen Jahren in den Interior Design Orbit und zu Kollaborationen die spannendsten Manufakturen der Welt. Classicon, Rosenthal, Pulpo, Schramm Manufakturen, Dedon - um nur einige zu nennen. Aber auch Stella McCartney. Und Christian Boris.

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Derzeit macht es sich Sebastian Herkner sehr oft sehr bequem. Kein Wunder, denn das Bett CALM aus der Purebeds-Kollektion der Schramm Manufakturen entstammt seiner Design-Feder und derzeit tourt er durch Deutschland, um in ausgesuchten Showrooms das zum Verweilen einladende Bett vorzustellen (u.a. auch bei unseren Kollegen von RUBY design_living in Berlin). "Bequem" macht er es sich deswegen auch nur, um mit Pressevertretern und Fans über seine Kreationen zu sprechen, denn für mehr Ruhe ist in Herkners Laufbahn kaum Zeit. Heute Berlin, morgen New York, Design Week steht an, zuvor der Salone del Mobile in Mailand, noch früher im Jahr die imm Cologne als ein großes Highlight. War Herkner doch mit gerade einmal 35 Jahren "Guest of Honour" der Leitmesse. Und gestaltete das vielbeachtete Haus. Herkner-Haus nennt man dies seitdem. Darin zu sehen: Selbstredend viele seiner bisherigen Entwürfe, die innerhalb von wenigen Jahren - Herkner ist erst seit 9 Jahren als Designer tätig - zu modernen Klassikern wurden.

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Der Bell Table ist dafür sicherlich das beste Beispiel. Eine organische Form, die weltweit begeistert, geformt aus farbigem Glas. Und mit einer Messingtischplatte versehen. Perfektion in grandioser Schlichtheit. Mit deren Wirkung Herkner selbst wohl nicht gerechnet hat, wie es die Süddeutsche Zeitung in ihrem Magazin unter dem Titel "Offenbacher Offenbarung" im Jahr 2014 auf anschauliche Weise beschrieb - diesen Moment, als sich plötzlich alles änderte:

"»Betreff: Ihr Tisch bei mir?« So geht die Geschichte los. Mit der seltsamen Betreffzeile einer E-Mail, geschrieben von dem bekannten Berliner Kunstsammler Christian Boros an den damals noch unbekannten Absolventen der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Es war Herbst 2009. Den Tisch, um den es in dieser Nachricht ging, hatte Boros auf einem Foto im Magazin Architectural Digest gesehen, er wollte ihn in seinen Kunstbunker stellen, zu kaufen gab es den Tisch noch nicht. Herkner war verdutzt, sagte dreimal hintereinander Ja in den Hörer. Dann hatte er nicht nur einen Auftrag, sondern auch das Gefühl, dass es mit seinem »Bell Table« etwas werden konnte. Ist ja nicht alltäglich, dass Nachwuchsdesigner Fan-Anrufe erhalten, und noch dazu von einer Geschmacksinstanz wie Boros, der schon oft Schätze entdeckt hat, wo andere nichts sahen."

Mittlerweile sehen sie alle auf Sebastian Herkner - und dieser sieht sie. Von seinem Studio in Offenbach aus steuert er auch im Social Media Bereich gekonnt die Berichterstattung mit und über ihn. Erscheint ein Posting, in dem er verlinkt oder mit einem # erwähnt wird, läuft der Countdown, bis es von seinem Profil "gelikt" wird. Kein Designer ist so schnell wie er. Kein Designer in den vergangenen Jahren schlug so ungewöhnliche Wege ein - zum Beispiel eine prägende Zeit bei Modedesignerin Stella McCartney, die er für das Erlernen der Materialwelten nutzte, mit denen er nun so gekonnt spielt. Kein Designer ist derzeit so angesagt wie Herkner - zurecht. Er ist selbst eine moderne Designikone geworden, wie seine ikonenhaften Entwürfe. Und dabei umarmt er seine Fans. Wie sein Sessel "Mbrace", den er für Dedon gemacht hat und in dem sich ein jeder umarmt fühlt. Auf besondere Art und Weise. Herkners Weise eben.